Buchbesprechung Vom Nehmen und Genommen werden

Veröffentlicht von admin am

Pärchen, auf dem Boden, sich umarmend

Vom Nehmen und Genommen werden- Doris Christinger und Peter A.Schröter

Eines vorweg: ich fand die Sprache dieses Buches nicht ganz einfach, für Menschen, die sich noch nie mit Tantra beschäftigt haben, wahrscheinlich streckenweise schier unverständlich und sehr esoterisch angehaucht.

Kurzweilig fand ich die Lektüre leider auch nicht, obschon ich doch einige neue Dinge gelernt habe und sicher auch das Ein- oder Andere in meinem Liebesleben anwenden werde. Doch wer bis zu meinem Schlusswort liest, wird sehen, dass das Buch seiner Zielgruppe gerecht wird und weshalb es sich lohnt, dranzubleiben.

Teilweise habe ich Passagen übersprungen, die einem anderen Leser wahrscheinlich viel bedeutsamer  erschienen. Ich bitte also um Nachsicht, wenn ich hier nur das wiedergebe, was ich im Fokus hatte.

Die Autoren des Buches “vom Nehmen und Genommen werden”, Doris Christinger und Peter A. Schröter, sind seit 1980 in Sachen Sexual-Paar-und Körpertherapie mit tantrischem Schwerpunkt unterwegs und haben eine gemeinsame Praxis.

Im Mittelpunkt des Buches steht die Theorie, dass die Sexualenergie erst richtig fließen kann, wenn die “Kraftfelder von Mann und Frau klar definiert” sind. Sie haben beide bereits Bücher geschrieben, dies ist jedoch das erste gemeinsame Werk.

Sie haben einen ganzheitlichen Ansatz und beleuchten deshalb den Spannungsbogen der feurigen, herzlichen, stillen und spirituellen Liebe.

Im ersten Teil “Vom Nehmen und Genommen werden” , in welchem die Qualitäten des feurigen Liebens beleuchtet werden, wird  zuerst die grundsätzliche Qualität des Weiblichen und Männlichen beschrieben. Dabei wird das Prinzip von Yin und Yang einmal mehr als Beispiel hinzugezogen. Die Frau ist also der rezeptive, hingebungsvolle, empfangende Pol und der Mann der zielgerichtete, aktive, abgebende Pol.

Diese Gegensätze, so die Autoren, können gar nicht anders, als völlig wild aufeinander zu sein. Sie sind allerdings auch die Voraussetzung dafür. “Je stärker die Partner sich in ihrer sexuellen Essenz unterscheiden, umso größer sind die erotische Spannung und die Anziehung zwischen den beiden.” (ibid. 30) Dies sei nur durch kulturelle Prägungen und auch die Frauenbewegung völlig verwässert heutzutage. “Wird Sexualität in Beziehungen jedoch nicht bewusst gelebt, wird sich der Mann von der Frau manipulieren und die Frau vom Mann dominieren lassen. Er wird zum “Softie” oder Macho, sie zu seiner besten Freundin oder Mutterersatz.

(ibid. 30)

Als traurige Bilanz ziehen die Autoren, dass im 21. Jahrhundert die Frauen ihre Hingabefähigkeit verloren hätten und die Männer den “Zugang zu ihrer phallischen Kraft”, auf gut deutsch: das was man “Eier haben” nennt. Diese Qualitäten gälte es, wieder zu pflegen, damit Sex wieder ganzheitlich und wild sein könne.

Als weiteren Fallstrick sehen sie die überzogenen Ansprüche an den jeweiligen Partner. Jede Freundschaft hätte ihre eigenen Aspekte und Teilbereiche, nur die Partnerschaft müsse dem Anspruch gerecht werden, alles abdecken zu können. Dies führen sie auf das uralte Wunschdenken von der totalen Verschmelzung mit dem Partner zurück, welches jedoch eine Utopie sei, an der allerdings viele Partnerschaften scheiterten.

Sie regen dazu an, sich auf das Yin-Yang-Spiel einzulassen.  In diesem sind in wechselnden Rollen ein Partner der König, dem alle Wünsche erfüllt werden sollen, der jedoch immer nur so viel erbittet, wie ihm im Augenblick gegeben werden kann und verantwortungsvoll sowie nie demütigend ist.

Dem hingebungsvollen, aber nie selbstverleugnenden Diener, der seine Wünsche hintenan stellt, gehört der Gegenpart, um einfach mal nur zu geben.  Nach zwei Stunden soll dann eine Pause gemacht werden, um über das Erlebte zu reden, dann werden die Rollen getauscht.

Beim Nehmen und Genommen werden geht es darum, Verlangen und Sehnsucht zu schüren, und zwar so lange, bis es kaum mehr zu ertragen ist. Also  Lust auf die Lust zu bekommen. Denn: fühle ich mich begehrt, fühle ich mich wahrgenommen und lebendig. Die Lust wird durch die Aktivierung neuronaler Hirnstrukturen ausgelöst an denen die Sexualorgane (noch ) nicht beteiligt sind.

Die fünf Phasen einer sexuellen Begegnung werden mit Appetenz-Erregung-Plateau-Orgasmus-Refräktärphase erläutert, wobei die Appetenz-Phase die eben beschriebene erweckte Lust auf die Lust ist.

Unsere drei Hirnteile, die man als Reptilienhirn (Stammhirn), Säugerhirn(limbisches System) und dem neuen Großhirn(Neokortex) bezeichnen könnte, tragen zu dem verschiedenen Reaktionen auf diese Phasen bei.

Das Reptilienhirn ist das Instinkbehaftete und sorgt so für unser Überleben. Das Säugerhirn sorgt dafür, Lust zu wiederholen und Schmerz zu vermeiden. Erst mit dem Neokortex treffen wir bewusste Entscheidungen. “Erleben wir aber Stress oder Angst, entreißen die automatischen Verteidungungsreaktionen des Reptilien- und des Säugerhirns dem Neokortex die Kontrolle” (S.46).

Das Buch geht nun auf die Eigenheiten des männlichen und weiblichen Orgasmus ein und betont, dass beim Mann- wie lange fälschlich behauptet- Ejakulation und Orgasmus zwei voneinander unabhängige Vorgänge sind. Ein gut trainierter Beckenboden helfe beiden Geschlechtern zu einem verbesserten Orgasmusempfinden (S. 51).

Ein bisher mir unbekannter Fakt ist, dass wohl beim Orgasmus während partnerschaftlichen Sexes viermal mehr Prolactin ausgeschüttet werde als bei einer Solonummer. “Prolactin ist ein hochwirksames Anti-Stressmittel und sein Vorkommen im Blut ist der einzige physiologische Nachweis dafür, dass ein Orgasmus stattgefunden hat” (S.51)

Die Prolactinausschüttung sei auch verantwortlich für das subjektive Nähebedürfnis bei Einen nach dem Sex, während die Anderen (auch unter diesem Einfluss) nach Abstand und Schlaf verlangen.

Um zum Orgasmus kommen zu können, muss die Aufmerksamkeit auch bei sich selbst sein, also auch die eigene Energie aufbauen, die eigene Geilheit zulassen, nicht nur die des Partners fördern. Auch fehlendes anatomisches Wissen oder vernachlässigte persönliche Vorlieben können den Orgasmus verhindern.

Als den größten Gegenspieler von feurigem Lieben und heißen Sex sehen die Autoren Angst. Angst vor Nähe und Distanz, wobei die männliche Energie mehr Angst vor der Einengung hat und die  weibliche Energie sich vor Überflutung und Übergriffigkeit fürchtet.

Es geht weiter mit der Beschreibung, warum das Männliche/Weibliche als jeweiliger Gegensatz erst einmal angsteinflößend ist und abgelehnt wird. Was kann uns aus dieser Verstrickung befreien? Achtsamkeit, Anerkennung dessen, was ist und dann entspannen. Das geht nur, wenn wir Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen, evtl aus unser Opferrolle steigen und letztendlich mit unserer Öffnung dem Partner gegenüber Mut zum Risiko zu zeigen.  

Im Kapitel “Dynamik der Beziehung” wird das Paradoxum angesprochen,dass wir heißen Sex wollen (wofür die Hormone Dopamin und Testosteron sorgen) und Bindung bekommen, denn durch Orgasmen wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, welches aber das sexuelle Begehren dämpft…

Die heiße Leidenschaft kippt in den Wunsch nach Partnerschaft und Nähe, der schnell zu einer Enge führt, die es dem Liebesgott Amor nicht mehr erlaubt, seinen Bogen zu spannen (S.80), laue Sexualität inklusive. An dieser Stelle fordern die Autoren, in die Eigenverantwortlichkeit zu gehen, diesen Kreis zu durchbrechen und persönlich und als Paar zu wachsen. Dazu kommt das, was sie als “Beziehungswesen” bezeichnen- das, was zwischen Mann und Frau als dritte Entität im Raume schwebt und gepflegt werden will. Es setzt sich hauptsächlich aus den unbewussten Taten -oder Nichtaten- der Partner zusammen und legt den Finger in die wunden Punkte der Beziehung. Achtsam wahrgenommen und gehütet kann es jedoch eine große Bereicherung darstellen.

Christinger und Schröter nennen vier Schlüssel, um das Feuer der sexuellen Liebe am Lodern zu halten. Der erste Schlüssel ist der ATEM, weil wir uns mit ihm mit dem Hier und Jetzt  verbinden können. Durch den sogenannten Feueratem, der heftig und variantenreich ausgeführt, mit geschlossenem Mund und Zunge am Gaumen, 10 minuten vor dem Sex ausgeführt, wird Energie aufgebaut, schaut man sich dabei in die Augen, noch das gemeinsam Erlebte verstärkt. Die Yinatmung ist eine entspannende Atmungsweise, die uns zur inneren Mitte helfen kann. Und die Sonne-Mond-Technik schließlich verbindet beide Komponenten, indem wir bei verschlossenem rechten Nasenloch durch das linke Nasenloch einatmen, dann beide Nasenlöcher verschließen, dann durch das rechte ausatmen usw. Dies kann als meditative Vorübung für das Liebesspiel genutzt werden. Der zweite Schlüssel ist Bewegung, insbesondere das Kräftigen des Beckenbodens.

Der dritte Schlüssel ist die Stimme. Im Klartext: werdet laut! Lasst Euren Atem fließen, auch hörbar, macht Laute, dies unterstützt auch die tiefere Atmung, mehr Öffnung und Hingabe ist möglich. Der vierte Schlüssel ist die Achtsamkeit. Durch die Achtsamkeit bekommen die anderen Schlüssel erst ihre Bedeutung und wir können diese behutsam und bewusst steuern.

Die sexuelle Massage für Mann und Frau sowie die Anusmassage werden nun ausführlich beschrieben. Die Praktiken, die jedem, der sich schon mal mit Tantramassage beschäftigt hat, bekannt vorkommen, sind detailliert wiedergegeben. Wer sich dafür interessiert, sei das Buch also auch in dieser Hinsicht empfohlen.

Im zweiten Teil des Buches geht es- wie eingangs geschildert- um das “Herzliche Lieben-atemberaubende Intimität”.

Wenn sich zwei Menschen auf der Ebene des Herzens füreinander öffnen, entsteht ein Raum von wahrer Nähe, atemberaubender Intimität und einer tiefen Verbundenheit, die frei ist von Pflichtgefühl und Angst” (S 112) Das hat jedoch nichts mit Selbstaufgabe zu tun, sondern beinhaltet auch die Fähigkeit, klar Ja oder Nein zu sagen, da man sich als gleichwertig wichtig empfindet.

Die Ebenen Sex und Herz werden so verbunden. Dies kann alte Wunden öffnen und Verdrängtes an die Oberfläche spülen. Wollen wir wachsen, sind wir nun aufgefordert, hinzusehen, nicht zuzumachen. Dies erfordert Mut und sehr viel Selbstliebe. Schon früh wird unsere reine Essenz durch die Reaktionen unserer Umwelt getrübt. Wir, die wir immer nur Liebe wollen, beginnen so zu funktionieren, wie wir uns der Liebe am sichersten sind, wir ersetzen die reine Essenz durch das, was ihr nahe kommt, zum beispiel pure Lebensfreude durch Scheinoptimismus  oder Mitgefühl durch Überempfindlichkeit. Öffnen wir uns nun in der Verbindung der Liebe, merken wir:

Wir hatten nur so lange die Kontrolle, wie wir nicht wirklich lebendig waren. Wir konnten nur solange Schmerzen und Verletzungen vermeiden, solange wir uns nicht der Liebe geöffnet hatten. Sich dessen bewusst zu werden ist bitter und der Grund, warum viele Menschen die Verbindung von Sex und Herz blockieren: aus Angst vor den damit verbundenen Erinnerungen und Gefühlen, aus Angst vor neuen schmerzhaften Erfahrungen.” (S. 118)

Wofür müssen wir also sorgen? Für ein offenes Herz. Und für Dopaminausschüttung, denn die sorgt für das Glücksgefühl, nach dem wir so streben. Wodurch wird Dopamin ausgelöst? Durch den Reiz des Neuen. “Wenn wir neue Impulse, Abwechslung und das bewusste Erleben von Glücksmomenten miteinander kombinieren, können wir wahre Intimität UND heißen Sex zugleich erfahren.” (S. 124)

Nähe entsteht, wenn wir die Vorstellung, wie der Partner zu sein hat, loslassen. Auch, darauf zu hoffen, dass er sich öffnet, wenn wir uns öffnen. Dazu gehört auch, uns nicht zu verbiegen, um es ihm recht zu machen.”Je weniger wir uns selbst wertschätzen und lieben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, uns in einer Beziehung manipulieren zu lassen und somit abhängig zu werden.”( S. !35)

Sind wir jedoch davon nicht abhängig können wir die Verbindung zum Partner “jederzeit unterbrechen, ohne dass der andere in Panik geraten muss, weil er weiß, dass auf den Rückzug wieder Annäherung folgt. Dieser ständige Wechsel zwischen Hin- und Herbewegung ist das Geheimnis lebendiger Beziehungen, in der beide atmen können weil Nähe und Distanz gleichwertig nebeneinander stehen” (S.137)

Die Kunst liegt in der Verbindung zweier Gegensätze: ein autonomes Ich zu entwickeln und trotzdem in einer tiefen Beziehung zum Partner zu bleiben.

Emotionen ankern in der Vergangenheit, Gefühle in der Gegenwart. Starke Emotionen gehen immer mit ebensolchen Körperreaktionen einher. Es geht darum , die Emotionen aufzudecken, also ihren Ursprung zu erkennen, um sie eigenverantwortlich transformieren zu können.

Die Autoren beleuchten nun fünf Beziehungsstufen, die man typischerweise durchläuft bzw man hofft, bei der 5. Stufe der Yin-yang- Beziehung anzukommen, welche davon lebt, dass wir in einem Wechselspiel aus Nähe und Distanz, aus Wandel und Beständigkeit, dem Eigenen und dem Gegenüber stehen.

Das Zauberwort auf dem Weg zur wahren Partnerschaft ist für  die Autoren Kommunikation. Schon allein, weil man nicht NICHT kommunizieren kann. Auch wenn wir schweigen etc. ist das eine lesbare Botschaft. Genauso wenig können wir unser Gegenüber ändern, wir müssen bei uns selbst anfangen. Streit kann auch eine Kraftquelle sein, wenn wir nicht abweichen, demütigen, ausweichen und nicht verzeihen können.

Als Schlüssel des herzlichen Liebens nennen Christinger und Schröter den Kuss, Umarmungen, essentielle Gespräche (also dem anderen offen das mitteilen zu können, was gerade vorgeht und dies auch von ihm so anzunehmen ohne zu werten) und die Erweckung des Eros, dafür werden Rituale zur Selbstliebe und Energieaufbau mit dem Partner geschildert.

Stilles Lieben-Lieben als Meditation

Der Name ist Programm- es gilt, ganz still zu werden und im Moment zu sein, zu entspannen in der Achtsamkeit. Die Autoren raten, dass man auf diese Weise sich einander jeden Tag nähern und wortwörtlich ineinander versenken kann, ohne dass es in Leistungsdruck ausartet. Auch feste Verabredungen zum Liebe machen empfehlen sie. Auch ohne Erektion soll man sich so ineinander begeben.Hat der Mann eine Erektion, soll er langsam und achtsam so tief wie möglich in die Frau eindringen und dann dort ohne Bewegung verweilen. Wird die gewählte Position mit der Weile unangenehm, wird in Zeitlupentempo die Stellung gewechselt.

Den Schritt vom Orgasmus zum orgasmisch Sein erklärt das Paar mit der Vermeidung oder Verzögerung der Ejakulation, etwa durch anspannen des Beckenbodens, während der Rest des Körpers (Mimik etc.) entspannt bleibt. Dann wird die  Energie die “innere Flöte” hochgezogen und der Atem so lange wie möglich angehalten, der Fokus liegt dabei auf dem dritten Auge. Beim Ausatmen gibt er die Energie in den Energiekörper hinein und öffnet dadurch den Raum für die Stille, das orgasmische Sein. Der Ausdruck dafür ist “Tigerreiten” und erfordert Aufmerksamkeit und Übung, aber soll wohl jedes mal den Drang zu ejakulieren weiter senken.

Die Schlüssel des stillen Liebens sind  die Augen, die sanft werden, wenn wir uns still hingeben, aber auch die Herausforderung, sich einmal unentwegt anzusehen, nicht auszuweichen oder die Lider zu schließen. Zweiter Schlüssel ist die stille Atemmeditation, in der wir uns quasi mehr “atmen lassen “als es aktiv zu tun und bewusst den Weg des Atems im Körper verfolgen. Auch ein partnerschaftlicher Kreisatem kann praktiziert werden, indem der Partner quasi ausatmet wenn wir einatmen.

Die Berührung mit einer ganz bewussten und sinnlichen Intention ist der dritte Schlüssel und der Vierte das feinstoffliche Energiesystem, indem wir uns mit den Chakren verbinden

Teil 4 Spirituelles Lieben- sich lieben heißt schöpferisch sein

“Für uns ist das spirituelle Lieben eine gelebte Lebensphilosophie, mit der wir das zerrissene Band zwischen Sexualität und Spiritualität heilen können.” (S. 234) Das männliche und weibliche Prinzip wird quasi für einen Moment in einem transzendentalen Raum aufgelöst und es kommt zu einer Einheit. Zudem kann diese Praxis eine gelebte Lebensphilosophie sein, in welcher Mann und Frau als Yin und Yang miteinander schwingen. Entgegen unserer sonstigen Wahrnehmung vom “Individuum” können wir in der Vereinigung Einheit erfahren. Dabei ist das Ego wohl die größte Bremse, da es uns mit irdischen Labeln , also unseren Titeln, Rollen Funktionen, aus unserer Vergangenheit definiert. Es hat dabei auch eine wichtige Schutzfunktion vor Verletzungen, der uns aber daran hindert, uns in unserer wahren Essenz zu zeigen.

“Bei den Qualitäten des spirituellen Liebens geht es um die verbindung des femininen und des maskulinen Pols mit dem Ziel, sich immer tiefer der eigenen Extase hinzugeben und eine überfließende Fülle an Energie zu produzieren.

Die beiden Hauptschlüssel, die dafür genutzt werden, sind die ekstatische Reaktion und die Welle der Glückseligkeit. Beide öffnen den Raum von Ekstase und Leere.” (S.266)

Wer sich schon etwas mit tantrischen Praktiken auskennt oder explizit danach sucht, der findet in diesem Buch reichlich Materialien, um sich partnerschaftlich mit dem Thema zu befassen.

Wer weniger Zugang zur spirituellen Ebene hat, dem könnte anhand der hohen Ideale und der anspruchsvollen Lektüre durchaus der Atem ausgehen. Es ist definitiv ein Buch für langfristige Partnerschaftsziele, das konkret Wege aufzeigt, wie man das Feuer des Begehrens wach hält und sich gleichzeitig auf einer sehr tiefen Ebene immer besser kennen-und lieben lernt.