Die Pille

Veröffentlicht von admin am

Pille, nein Danke

Abgeschnitten von mir selbst. Das war das dominante Gefühl, das in meinem Leben vor etwa fünf-sechs Jahren vorherrschte.

In mir hatte sich eine Art Taubheit breitgemacht, unter der ab und zu die Stacheln meines Unglücks hervor stachen.

Ich ahnte, dass da unter diesem Taubheitsgefühl etwas schlummerte. Eigentlich war es viel mehr als eine Ahnung, aber so unerreichbar für mich in  diesem Moment wie die Mondin am Nachthimmel.


Das hat sich geändert. Ein Glück. Ich danke dem Universum zutiefst dafür.

Heute möchte ich Euch von meinem ersten Schritt erzählen, der mich durch diese Wand meiner Weiblichkeit näher gebracht hat: ich habe die Pille abgesetzt.

Ja, die Pille ist ein sicheres und sehr bequemes Verhütungsmittel. Ich habe mich gerne darauf verlassen, mir nicht allzu viele Gedanken machen zu müssen, wie ich wann verhüte (nur 1x täglich) und wann meine Periode einsetzt. Man nimmt diese kleinen Dinger, dann kommt die Pause, man blutet ein wenig und dann hat man wieder seine Ruhe. Aber über lange Jahre dem Körper vorzugaukeln, er wäre schwanger, um keine neuen Eizellen heranzureifen— ist eine krasse Nummer, mit Abstand betrachtet.

Die Pille ist so praktisch! Ich persönlich hatte die Pille- mit Schwangerschaftspausen- über ein Jahrzehnt eingenommen. Die Werbung suggeriert uns, dass sie sanft ist und niedrig dosiert. Aber sie birgt eben auch Risiken. Thrombose oder Lungenembolie seien hier nur als zwei körperliche Merkmale genannt, den Einfluss auf das Zusammenspiel unserer Hormone und unsere Psyche kann man nur erahnen. Und ich finde es keine gute Ahnung.

Irgendetwas bewirkte, dass ich den Schritt tat. Ich wollte mich selbst wieder spüren, schauen, wie ich mich fühle ohne dieses praktische Helferlein, das meinen Zyklus im Schach hielt, indem es dem Körper suggerierte, Dauerschwanger zu sein…

Ich spürte den positiven Effekt nach dem Absetzen sowohl psychisch als auch physisch relativ schnell. Dass meine Libido danach nicht gleich durch die Decke ging, hat noch andere Gründe, auf die ich noch eingehen werde.

Steve Jobs wird das Zitat zugeschrieben “You can not connect dots looking forewards, you can only connect them looking backwards” Und so war es damals nur eine Sache, welche aber im Endeffekt eine Lawine losgetreten hat.

Natürlich war es nicht das verzichten auf Verhütungshormone, welches mich ad hoc voll zu mir brachte, aber es war die erste Bewegung hin zu einer anderen Frau. Einer, die sich mehr und mehr bewusst wird, was sie will und was sie nicht will. Einer, die selbst bestimmen will, die hinhören will, was der Körper sagt. Einer, die sich auf den Weg macht zu sich und ihrer Weiblichkeit. Ihrer Sexualität. Ihrem göttlichen Wesenskern.

Erst im Rückblick können wir die Punkte verbinden und sie ergeben ein Bild.

In der nächsten Zeit möchte ich Euch von weiteren kraftvollen Stationen auf meinem persönlichen Weg berichten, eine neue Liebe, Scheidung, Alleingeburt meines 3. Kindes, weise Begegnungen, kraftvolle Frauen, Zykluswissen  und die schmerzhafte Erfahrung eines Betruges sind nur einige davon.

Wer weiß, welche Punkte ich im Rückblick in ein paar Jahren hinzufügen kann… Love, Johanna


1 Kommentar

Libidoverlust. Wenn die Lust schläft… – Space to BE · August 11, 2019 um 2:43 pm

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