Libidoverlust. Wenn die Lust schläft…

Veröffentlicht von admin am

Tür die sich schließt

Flashback: Ich sitze auf dem Bett und fühle mich, als wäre ich durch eine Watteschicht von der Welt getrennt. Warum komme ich nicht heran an meine Lust? Warum macht mir Sex keinen Spaß mehr? Warum fühle ich kein Verlangen mehr? Ich kenne ihn * le petit mort*, wie ihn die Franzosen nennen- den Orgasmus, der mich laut und schwindelerregend überrollt und mich dem Universum näher bringt. Aber nun- fühle ich mich abgetrennt. Von meinem Mann, von mir selbst. irgend etwas muss falsch mit mir sein. Sonst würde ich doch ‚funktionieren‘. Ich kenne sie doch , die Lust. Aber ich komme nicht mehr an sie heran. Das Gefühl, nicht richtig zu sein.

Wer gibt es schon gerne zu, dass im Bett nicht alles super-duper ist? Viele, mit denen ich darüber geredet habe, empfinden es als eine sehr große Hürde, sich selbst, dem Partner und vielleicht auch in letzter Instanz nach Außen dazu zu stehen, dass *welcher Grund auch immer* dafür sorgt, dass die Lust eingeschlafen ist. Bei mir hat es sich ncht mehr geändert in meiner jetzt Ex-Ehe. Wäre nicht der Rest auch für die Tonne gewesen, wäre es sicher langfristig ein Problem geworden, schließlich war Sex lange unser ‚letzter gemeinsamer Nenner’…

Wenn die Lust schläft, herrscht oft Ratlosigkeit. Schweigen. Man will keine Schuld zuweisen- aber wo liegt denn der Mangel? Warum klappt es denn nicht (mehr)?

Das Wort *Frigidität* geistert durch den Raum und lässt uns an verknöcherte, verbitterte Weiblein denken, die verbittert die Welt auf Abstand halten.

Vielfältige körperliche wie psychische wie soziale Gründe können die Ursache sein, manchmal bedingen sie auch einander. Die Medien suggerieren uns , dass wir alle omnipotente Wesen sein sollen, die jederzeit und in allen Lebenslagen heiß aussehen und heiß auf Sex zu sein haben. Sex sells.Auch zwischenmenschlich. Oft ist er de Aber was ist die Meßlatte, an der wir die Qualität unserer Beziehung festmachen. Nicht nur, aber eben:auch. Der Anspruch auf regelmäßigen bis zügellosen Körperkontakt legen wir natürlich nur für uns selbst fest. Jedoch: wie sieht  unsere Lebenswirklichkeit aus? Dass der Alltag unsere Zeitfenster beschränkt, leuchtet ein. Dass nicht zeitlebens alles läuft, wie in Hollywoodfilmen, ist logisch. Es gibt so viele Gründe, warum es nicht immer aufregend ist in der Kiste. Und Libidoverlust ist kein seltenes Phänomen:

– fast ein Drittel der Frauen zwischen 20-60 Jahren leidet zeitweise darunter.

Auf der körperlichen Ebene können die Hormone in unsere Lust hineinpfuschen und auch eine Störung der Schilddrüse beeinflusst unsere Libido. 

Leber- und Herzerkrankungen und Autoimmunerkrankungen sind auch häufig ein Stimmungsdämpfer. Damit einhergehend sind leider auch oft die Medikamente dazu Verstärker der Ebbe der Gefühle.

 Von den verheerenden Auswirkungen, welche die *Pille* -zusammen mit anderen Faktoren, sicherlich- auf mein Lustempfinden hatte, habe ich schon berichtet. 

Neben Hormonverhütungspräparaten können aber auch Blutdrucksenker, Antidepressiva, Haarwuchsmittel und andere Medikamente die Lust in Schach halten. 

Dass bei Scheidentrockenheit und Endometriose und Schmerzen beim Sex nicht gerade Stimmung aufkommt, leuchtet ein.

Es gibt aber noch eine riesige Baustelle, welche oft außer Acht gelassen wird- und das ist der chronische Stress, dem Viele von uns ausgesetzt sind. Wenn es auch schwierig ist, das Stresslevel von Männern und Frauen zu vergleichen, spielt ein Unterschied eine maßgebliche Rolle: Männer nutzen Sex oft als Stressabbau-Maßnahme, während Frauen, sozudagen gegenläufig, ein niedriges Stressniveau brauchen, um in Stimmung zu kommen. Da beginnt eine Art Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt- wir haben keine Lust, weil wir gestresst sind und sind gestresst, weil wir keine Lust haben.

Berufliche und familiäre Überlastung, Beziehungsprobleme und andere soziale Komponenten spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle bei Libidoverlust. Wenn die körperlichen Ursachen ausgeschlossen sind, hilft es, eine ehrliche Selbstreflektion vorzunehmen. Was sind die Komponenten, welche mich beeinträchtigen? Oft sind sie gar nicht mal in der Gegenwart zu suchen. Altlasten wie Bodyshaming, negative Glaubenssätze die wir von den Eltern übernommen haben oder negative Erfahrungen auf anderen *Baustellen* können uns die Freude an der Lust ebenso vermiesen wie akute Probleme.

Bei mir war es mit dem Absetzen der Pille nicht getan, auch wenn es der erste wichtige Schritt war. Vielleicht lag es am falschen Partner? Vielleicht lag es daran, dass ich das Thema am Anfang auf die körperliche Ebene beschränkte? Fakt ist- es war ein Prozess, meine Libido wieder  zu erwecken, der aus vielen Komponenten und Schichten bestand. Aber es hat sich gelohnt- ich fühle mich mehr bei mir angekommen denn je. Lustvoll, weiblich, erfüllt.

So schwer es am Anfang ist- dich auf den Weg zu machen, ist der erste Schritt zurück zu einem wundervollen Lustempfinden! In meinen Seminaren und Coachings hat dieses Thema einen wichtigen Platz. Wenn du auch damit zu tun hast, sprich mich gern an, wir finden gemeinsam einen Weg, DEINEN WEG, zurück zu >Liebeslust leben und Lebenslust lieben<! Love, Joy